Wer ein älteres Gebäude saniert, steht häufig vor demselben Problem: Die vorhandenen Pläne stimmen nicht mehr mit der Realität überein.
Wände wurden versetzt, Dächer umgebaut, Leitungen ergänzt, Anbauten hinzugefügt. Manche Pläne sind Jahrzehnte alt, andere existieren nur noch als schlecht lesbare PDFs. Und manchmal gibt es schlicht gar keine verlässliche Bestandsdokumentation mehr.
Für eine Sanierungsplanung braucht man aber genau das Gegenteil: belastbare Maße und einen möglichst vollständigen digitalen Bestand.
Bei Adlerwind kombinieren wir deshalb Drohnen-LiDAR mit terrestrischem 3D-Laserscanning. Die Drohne erfasst Dach, Fassade und schwer zugängliche Außenbereiche. Der Laserscanner dokumentiert Innenräume und die vom Boden erreichbaren Gebäudeteile.
Aus beiden Datensätzen entsteht ein gemeinsames digitales Abbild des Gebäudes, das anschließend als Grundlage für CAD, Scan-to-BIM, Mengenermittlung und Sanierungsplanung genutzt werden kann.
Warum wir Drohne und Laserscanner kombinieren
Ein terrestrischer Laserscanner ist hervorragend für Innenräume und Fassaden geeignet. Er erfasst in kurzer Zeit Millionen von Messpunkten und bildet die vorhandene Geometrie sehr detailliert ab.
Er hat allerdings eine einfache physikalische Grenze:
Er kann nur messen, was er von seinem Standort aus sieht.
Bei einem Bestandsgebäude betrifft das schnell genau die Bereiche, die für eine Sanierung wichtig sind: Dachflächen, Gauben, Schornsteine, Innenhöfe, hohe Fassadenbereiche oder schwer zugängliche Gebäudeteile.
Hier übernimmt die Drohne.
Mit LiDAR und ergänzender Bildaufnahme können wir das Gebäude aus Perspektiven erfassen, die vom Boden aus nicht erreichbar sind.
So lassen sich beispielsweise:
- Dachflächen, Neigungen und Aufbauten vermessen,
- Schornsteine, Gauben und Entwässerung dokumentieren,
- schwer zugängliche Fassadenbereiche erfassen,
- Innenhöfe und Anbauten aufnehmen,
- Gelände und unmittelbares Gebäudeumfeld dokumentieren.
Das geschieht in vielen Fällen, bevor überhaupt ein Gerüst aufgebaut oder das Dach betreten werden muss.
Die terrestrischen und luftgestützten Daten werden anschließend zusammengeführt. Dadurch entsteht ein wesentlich vollständigeres Bild des Gebäudes, als es mit nur einer der beiden Methoden möglich wäre.
Was der Planer am Ende bekommt
Unser Ziel ist nicht einfach eine möglichst große Punktwolke.
Ein paar hundert Millionen Messpunkte sehen technisch beeindruckend aus, helfen einem Architekten aber wenig, wenn er daraus erst selbst ein nutzbares Modell bauen muss.
Deshalb richten wir die Ausgabe danach aus, was im nächsten Planungsschritt tatsächlich benötigt wird.
Je nach Projekt liefern wir beispielsweise:
Georeferenzierte Punktwolken für die weitere Bearbeitung und Dokumentation.
2D-Bestandspläne mit Grundrissen, Schnitten und Ansichten.
3D- und BIM-Bestandsmodelle für Architektur, Fachplanung und Ausschreibung.
Dach- und Fassadenaufmaße für Kalkulation und Materialplanung.
Orthofotos und GeoTIFFs für maßstäbliche Dokumentation und GIS-Anwendungen.
Typische Ausgabeformate sind IFC, Revit (.rvt), DWG, E57, GeoTIFF und PDF.
Die gewünschte Detailtiefe legen wir vor Projektbeginn gemeinsam fest. Denn ein Modell für eine erste Machbarkeitsstudie braucht eine andere Genauigkeit und Detailtiefe als eine Ausführungsplanung.
Wie die Erfassung abläuft
1. Wir klären, was Sie tatsächlich brauchen
Vor der Vermessung sprechen wir über das Gebäude und den Zweck der Daten.
Geht es um eine Dachsanierung? Eine energetische Sanierung? Einen vollständigen digitalen Bestand? Mengenermittlung? Ausschreibung? BIM?
Davon hängt ab, was wir erfassen müssen und welche Genauigkeit sinnvoll ist.
Anschließend planen wir Scannerpositionen, Drohnenflug und die benötigten Genehmigungen.
2. Wir erfassen das Gebäude
Wenn es die Bedingungen vor Ort erlauben, führen wir Drohnenbefliegung und terrestrisches Laserscanning innerhalb eines gemeinsamen Termins durch.
Die Außenaufnahme erfolgt berührungslos. Innenraumscans stimmen wir bei bewohnten oder genutzten Gebäuden mit Auftraggeber und Hausverwaltung ab.
Für die luftgestützte Erfassung setzen wir professionelle RTK-Drohnen und LiDAR-Sensorik ein. Am Boden ergänzen terrestrische 3D-Laserscanner die Bereiche, die aus der Luft nicht sinnvoll erfasst werden können.
3. Wir führen die Daten zusammen
Nach der Aufnahme werden die einzelnen Scans registriert, geprüft und bereinigt.
Luft- und Bodendaten werden in einem gemeinsamen Koordinatensystem zusammengeführt. Bei Bedarf erfolgt die Georeferenzierung im amtlichen ETRS89/UTM-System.
Das Ergebnis ist eine konsistente Punktwolke des erfassten Bestands.
4. Aus Messdaten werden Planungsdaten
Je nach Auftrag endet unsere Arbeit nicht bei der Punktwolke.
Wir erstellen daraus beispielsweise Grundrisse, Schnitte, Ansichten, Flächenberechnungen oder ein BIM-Bestandsmodell in der vereinbarten Detailtiefe.
Der Kunde bekommt also nicht einfach Rohdaten, sondern genau die Unterlagen, die für den nächsten Planungsschritt benötigt werden.
Wo sich das besonders lohnt
Dachsanierung
Gerade bei komplexen Dachlandschaften ist eine Vermessung vom Boden aus schwierig.
Mit der Drohne können Dachflächen, Neigungen, Gauben, Schornsteine und andere Aufbauten dokumentiert und vermessen werden, häufig ohne vorherige Dachbegehung.
Das schafft eine belastbare Grundlage für Ausschreibung, Kalkulation und Materialbestellung.
Fassadensanierung und WDVS
Aus der Punktwolke lassen sich Fassadenflächen und relevante Geometrien ableiten.
Das hilft bei Dämmplanung, Mengenermittlung und der Vorbereitung von Fassadenarbeiten. Gleichzeitig wird der tatsächliche Bestand dokumentiert und nicht nur der Zustand aus einem möglicherweise Jahrzehnte alten Plan übernommen.
Energetische Sanierung
Für energetische Berechnungen braucht es verlässliche Gebäudegeometrie.
Ein digital erfasster Bestand kann die geometrische Grundlage für weitere GEG- und BEG-Planungen liefern und die Zusammenarbeit zwischen Energieberatung, Architektur und Fachplanung vereinfachen.
Bei Bedarf können wir die geometrische Erfassung außerdem um thermische Daten ergänzen.
Mengenermittlung
Bei Sanierungsprojekten entstehen Kosten häufig dort, wo Plan und Realität voneinander abweichen.
Eine aktuelle digitale Bestandsaufnahme ermöglicht es, Flächen, Längen und Volumina auf Grundlage des tatsächlich vorhandenen Gebäudes zu bestimmen.
Das verbessert die Basis für Ausschreibung und Kalkulation und reduziert unnötige Annahmen.
Bestands- und Zustandsdokumentation
Der Zustand eines Gebäudes kann vor Beginn der Arbeiten detailliert dokumentiert werden.
Damit entsteht gleichzeitig eine nachvollziehbare Bestandsaufnahme, auf die während und nach der Sanierung zurückgegriffen werden kann.
Professioneller Drohnenbetrieb bedeutet mehr als eine Drohne zu besitzen
Bei Gebäuden in dicht bebauten Gebieten ist die technische Vermessung nur ein Teil der Aufgabe.
Der zweite Teil ist die Frage, ob und unter welchen Bedingungen dort überhaupt geflogen werden darf.
Professionelle UAV-Einsätze können abhängig von Fluggebiet, Drohne und Einsatzprofil zusätzliche Genehmigungen und Risikobewertungen erfordern.
Adlerwind wird dabei durch die Bergstone GmbH unterstützt. Dazu gehört unter anderem die Vorbereitung komplexerer Betriebsszenarien und der regulatorischen Prozesse rund um professionelle Drohneneinsätze.
Für Auftraggeber bedeutet das vor allem eines:
Wir betrachten die luftrechtliche Machbarkeit bereits in der Projektplanung und nicht erst am Tag des geplanten Fluges.
Alle Einsätze werden durch entsprechend qualifizierte Fernpiloten durchgeführt. Projektdaten werden DSGVO-konform verarbeitet und auf Infrastruktur in Deutschland gespeichert.
Welche Technik setzen wir ein?
Für LiDAR-Befliegungen arbeiten wir mit professionellen RTK-UAV-Systemen, unter anderem der DJI Matrice 350 RTK, kombiniert mit entsprechender LiDAR-Sensorik.
LiDAR misst Entfernungen über Laserimpulse und erzeugt daraus eine dreidimensionale Punktwolke der erfassten Umgebung.
Je nach Projekt ergänzen wir diese Daten durch hochauflösende Fotogrammetrie, terrestrisches Laserscanning oder thermische Aufnahmen.
Entscheidend ist für uns allerdings nicht, möglichst viel Technik auf ein Projekt zu werfen.
Wir wählen die Sensorik danach aus, welche Daten für die konkrete Planungsaufgabe tatsächlich benötigt werden.
Was kostet Scan-to-BIM?
Die Kosten hängen vor allem von Gebäudegröße, Zugänglichkeit, gewünschter Detailtiefe und dem benötigten Endprodukt ab.
Als Orientierung:
| Leistung | Preis |
|---|---|
| Scan-to-BIM für energetische Sanierung | ab 5,00 €/m² |
| Scan-to-BIM für Dach & Altbau | ab 7,00 €/m² |
Alle Preise verstehen sich zzgl. 19 % MwSt.
Drohnenbefliegungen kalkulieren wir projektbezogen, da Aufwand und Genehmigungssituation stark vom Standort abhängen können.
Nach einem kurzen Erstbriefing erhalten Sie ein konkretes Angebot für Ihr Objekt.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Aufnahme?
Bei einem typischen Sanierungsobjekt mit etwa 800 bis 1.200 m² kann die eigentliche Erfassung häufig innerhalb eines Tages durchgeführt werden. Bei größeren oder komplexeren Gebäuden planen wir entsprechend mehr Zeit ein.
Muss dafür ein Gerüst aufgebaut werden?
Für die reine Vermessung von Dach und Außenhülle in vielen Fällen nicht. Genau darin liegt einer der Vorteile der Kombination aus Drohne und Laserscanner.
Kann ein bewohntes Gebäude vermessen werden?
Ja. Die Außenaufnahme beeinträchtigt die Bewohner kaum. Innenraumscans werden vorab mit Eigentümer, Hausverwaltung oder Nutzern koordiniert.
Können unsere Architekten direkt mit den Daten arbeiten?
Ja. Je nach Auftrag liefern wir unter anderem IFC-, Revit-, DWG- und E57-Daten sowie klassische Pläne als PDF.
Wir brauchen nur das Dach. Ist das möglich?
Ja. Nicht jedes Projekt braucht ein vollständiges BIM-Modell. Wir können auch einzelne Gebäudeteile erfassen, beispielsweise ein reines Dachaufmaß für eine geplante Dachsanierung.
Ein guter Sanierungsplan beginnt mit einem guten Bestand
Bei Bestandsgebäuden ist die Realität häufig komplizierter als der Plan im Archiv.
Unsere Aufgabe ist es, diese Realität möglichst vollständig und präzise digital zu erfassen und daraus Daten zu machen, mit denen Architekten, Planer und Bauunternehmen tatsächlich weiterarbeiten können.
Drohnen-LiDAR für die schwer erreichbaren Bereiche. 3D-Laserscanning für Gebäude und Innenräume. Scan-to-BIM für die weitere Planung.
Alles aus einem abgestimmten Workflow.
Schicken Sie uns Adresse, Gebäudetyp und den gewünschten Umfang der Erfassung. Sie erhalten von uns eine Einschätzung des geeigneten Verfahrens und ein konkretes Angebot.
Adlerwind® — eine Marke der Bergstone GmbH, Berlin sergey@adlerwind.de · +49 176 2018 2399