Wer ein Bad renovieren lässt, entscheidet schnell über 10.000, 20.000 Euro oder mehr.
Trotzdem beginnt diese Entscheidung häufig mit erstaunlich wenig Information: ein paar Fliesenmuster, Katalogbilder, vielleicht ein Grundriss und die Aufforderung, sich den Rest irgendwie vorzustellen.
Für den Handwerksbetrieb sieht es auf der anderen Seite kaum besser aus.
Nach dem Ortstermin müssen Maße übertragen, Produkte recherchiert, Preise geprüft, Positionen kalkuliert und ein Angebot erstellt werden. Bis der Kunde das fertige Angebot erhält, können mehrere Tage vergehen.
Und genau in diesen Tagen passiert einiges.
Der Kunde holt ein zweites Angebot ein. Er beginnt zu zweifeln. Er vergisst Details aus dem Gespräch. Oder ein Wettbewerber schafft es schlicht schneller.
Mit unserem Venture Badrenovo arbeiten wir deshalb an einem anderen Ablauf:
Der Kunde soll möglichst schon im Beratungsgespräch sehen können, wie sein eigenes Bad aussehen könnte, welche Produkte darin verwendet werden und in welchem Preisrahmen sich die gewählte Variante bewegt.
Aus einem klassischen Ortstermin wird damit ein deutlich konkreteres Verkaufsgespräch.
Das eigentliche Problem ist nicht, schöne Bilder zu erzeugen
KI kann heute sehr überzeugende Innenräume erzeugen.
Das allein löst allerdings kaum ein Problem.
Ein schönes Rendering irgendeines Badezimmers hilft einem Kunden nur begrenzt, wenn sein eigenes Bad eine Dachschräge, ein ungünstig platziertes Fenster oder einen Heizkörper genau dort hat, wo auf dem generierten Bild plötzlich eine Dusche steht.
Für uns besteht die eigentliche Aufgabe deshalb aus drei Teilen.
Der Kunde muss seinen eigenen Raum wiedererkennen
Eine Visualisierung wird erst dann interessant, wenn sie auf dem vorhandenen Raum basiert.
Das bestehende Bad wird fotografiert. Die KI verändert Gestaltung, Materialien und Ausstattung, soll aber die wesentlichen räumlichen Bedingungen beibehalten.
Der Kunde sieht damit nicht irgendeinen Showroom.
Er sieht eine mögliche Version seines eigenen Badezimmers.
Das macht einen erheblichen Unterschied im Beratungsgespräch.
Gestaltung und Preis müssen zusammengehören
Eine Visualisierung ohne Kostenrahmen bleibt Inspiration.
Für eine Kaufentscheidung braucht der Kunde beides:
Wie sieht es aus? Und was kostet diese Variante?
Deshalb verbinden wir die visuelle Konfiguration mit Produkt- und Preisdaten.
Wenn beispielsweise eine andere Armatur, Fliese oder Waschtischlösung gewählt wird, verändert sich nicht nur das Bild. Auch die Kalkulationsgrundlage wird entsprechend angepasst.
Der Kunde kann dadurch unterschiedliche Varianten direkt miteinander vergleichen.
Nicht abstrakt auf einer Preisliste, sondern im Kontext seines eigenen Raums.
Das Angebot darf nicht wieder bei null beginnen
Der dritte Teil ist weniger spektakulär, aber geschäftlich wahrscheinlich der wichtigste.
Nach einer guten Beratung sollten die bereits getroffenen Entscheidungen nicht noch einmal manuell in ein zweites System übertragen werden müssen.
Produktauswahl, Mengen, Varianten und Kundendaten stehen bereits digital zur Verfügung.
Diese Informationen können genutzt werden, um unmittelbar eine strukturierte Angebotsgrundlage zu erzeugen.
Je nach Projekt müssen anschließend noch Leistungen, Aufmaß, technische Besonderheiten oder individuelle Positionen geprüft werden.
Aber der Mitarbeiter beginnt nicht wieder mit einem leeren Dokument.
Genau dort entsteht die eigentliche Zeitersparnis.
Wie der Prozess bei Badrenovo funktioniert
1. Der vorhandene Raum wird aufgenommen
Beim Ortstermin fotografiert der Berater das bestehende Badezimmer mit dem Smartphone.
Das System nutzt dieses Bild als Ausgangspunkt für die Visualisierung.
Wichtig ist dabei nicht nur, dass das Ergebnis attraktiv aussieht.
Fenster, Türen, Raumproportionen und andere wesentliche Bestandselemente sollen soweit wie möglich erhalten bleiben, damit die Visualisierung für das tatsächliche Projekt relevant bleibt.
2. Der Kunde konfiguriert sein Bad im Gespräch
Im nächsten Schritt können Materialien, Farben und Produkte verändert werden.
Zum Beispiel:
- eine andere Fliese,
- ein anderer Waschtisch,
- eine Walk-in-Dusche statt der bisherigen Lösung,
- andere Armaturen oder
- eine alternative Möblierung.
Die Idee dahinter ist einfach:
Der Kunde muss nicht versuchen, sich vorzustellen, wie zwei einzelne Muster später zusammen aussehen könnten.
Er sieht die Variante direkt im Raum.
Parallel dazu werden die ausgewählten Produkte und Preise in der Kalkulation berücksichtigt.
So wird aus einem klassischen Beratungsgespräch eine interaktive Konfiguration.
3. Aus der Konfiguration entsteht eine Angebotsgrundlage
Am Ende des Gesprächs kennt das System bereits einen großen Teil der Informationen, die später für das Angebot benötigt werden:
Produktauswahl, Varianten, Preise, Kundendaten und Projektparameter.
Daraus kann automatisch ein strukturiertes Angebotsdokument vorbereitet werden.
Je nach Umfang des Projekts kann ein Mitarbeiter anschließend technische Details, Leistungen und Mengen prüfen oder ergänzen, bevor das Angebot freigegeben wird.
Unser Ziel ist dabei nicht, menschliche Kalkulation vollständig zu ersetzen.
Unser Ziel ist, den unnötigen Teil davon zu automatisieren.
Was technisch dahinter steckt
Badrenovo besteht nicht aus einem einzigen KI-Modell.
Das System verbindet mehrere Komponenten miteinander.
Bildgenerierung
Ein Bildmodell erzeugt auf Basis des bestehenden Badezimmers unterschiedliche Gestaltungsvorschläge.
Welche konkrete Modelltechnologie dafür verwendet wird, ist für uns bewusst austauschbar.
Bildmodelle entwickeln sich sehr schnell. Ein Produkt sollte deshalb nicht davon abhängen, dass ein bestimmter Anbieter oder ein bestimmtes Modell für immer das beste bleibt.
Produkt- und Preisdaten
Wesentlich wichtiger ist die Verbindung zwischen Visualisierung und real verfügbaren Produkten.
Welche Fliese wird gezeigt? Welche Armatur? Welche Maße hat der Waschtisch? Was kostet das Produkt aktuell?
Diese Informationen kommen nicht aus dem Sprachmodell, sondern aus strukturierten Produkt- und Preisdaten.
Genau hier entsteht für uns langfristig ein großer Teil des Wertes.
Ein generisches KI-Modell kennt den Markt.
Ein betriebliches System sollte dagegen die Produkte, Preise, Regeln und Erfahrungen des konkreten Unternehmens kennen.
Workflow und Kalkulation
Die dritte Ebene verbindet alles miteinander.
Das System muss wissen, welche Produktauswahl zur Visualisierung gehört, welche Daten in die Kalkulation fließen und welche Informationen am Ende im Angebot erscheinen müssen.
Diese Prozesse sind wesentlich weniger sichtbar als das Rendering.
Aber genau sie entscheiden darüber, ob aus einer schönen KI-Demo ein tatsächlich nutzbares Werkzeug wird.
Warum Geschwindigkeit im Verkauf so wichtig ist
Viele Digitalisierungsprojekte im Handwerk beginnen erst nach dem Auftrag.
Zeiterfassung wird digitalisiert. Rechnungen werden automatisiert. Projektdokumentation wandert in eine App.
Das ist sinnvoll.
Aber keiner dieser Prozesse hilft dabei, den Auftrag überhaupt erst zu gewinnen.
Bei Badrenovo interessiert uns deshalb besonders der Teil vor der Unterschrift.
Wie schnell kann ein Kunde verstehen, was er bekommt? Wie schnell kennt er den Preisrahmen? Wie einfach kann er verschiedene Varianten vergleichen? Und wie viel Zeit vergeht zwischen Beratung und einem konkreten Angebot?
Wenn Technologie an dieser Stelle mehrere Tage auf einige Stunden oder sogar Minuten reduzieren kann, wirkt sie nicht nur auf die Verwaltungskosten.
Sie wirkt direkt auf den Vertrieb.
Die eigentliche Lektion ist größer als Badezimmer
Badrenovo ist auf Badrenovierung ausgerichtet.
Das Prinzip dahinter lässt sich jedoch auf viele Branchen übertragen.
Bringen Sie Informationen in den Entscheidungsmoment
In fast jedem Verkaufsprozess gibt es eine Information, auf die der Kunde warten muss: eine Visualisierung, eine Kalkulation, eine Machbarkeitsprüfung, eine Lieferzeit oder eine technische Einschätzung.
Die interessante Frage lautet:
Kann diese Information bereits während des Kundengesprächs erzeugt werden?
Wenn ja, verändert das den Verkaufsprozess erheblich.
Nutzen Sie die Daten, die nur Ihr Unternehmen hat
Generische KI-Modelle stehen jedem Wettbewerber zur Verfügung.
Sie sind deshalb allein kaum ein dauerhafter Wettbewerbsvorteil.
Interessanter sind die eigenen Daten: Preislisten, Produktinformationen, historische Angebote, Projektbilder, Kalkulationsregeln, Lieferzeiten oder Erfahrungswerte aus vergangenen Projekten.
Wenn diese Informationen strukturiert und sinnvoll mit KI verbunden werden, entsteht ein System, das wesentlich näher an der tatsächlichen Arbeitsweise des Unternehmens liegt.
Automatisieren Sie nicht nur Verwaltung
Die klassische Frage bei Automatisierung lautet: „Wie können wir nach dem Auftrag weniger Arbeit haben?“
Eine mindestens genauso interessante Frage ist:
„Wie können wir vor dem Auftrag schneller und besser verkaufen?“
Genau dort sehen wir für KI einen der spannendsten Einsatzbereiche im Mittelstand.
Wir bauen solche Systeme zuerst selbst
Badrenovo ist kein theoretisches Beratungskonzept von Bergstone.
Es ist eines unserer eigenen Ventures.
Wir entwickeln dort die Visualisierung, Produktlogik, Datenstrukturen und Angebotsprozesse selbst und sehen deshalb unmittelbar, welche Ideen im tatsächlichen Einsatz funktionieren und welche nicht.
Das ist wichtig.
Denn zwischen einer KI-Demo und einem Werkzeug, das ein Mitarbeiter vor einem Kunden zuverlässig benutzen kann, liegt erstaunlich viel unsichtbare Arbeit.
Ladezeiten müssen stimmen. Produkte müssen korrekt zugeordnet werden. Preise müssen nachvollziehbar sein. Das System muss mit unperfekten Fotos umgehen. Und ein Mitarbeiter muss verstehen können, was automatisiert wurde und was weiterhin geprüft werden muss.
Erst dann wird aus Technologie ein Geschäftsprozess.
Häufige Fragen
Ersetzt die KI den Badplaner oder Handwerker?
Nein. Das System unterstützt Beratung, Visualisierung und Angebotsvorbereitung. Technische Entscheidungen, finales Aufmaß, Machbarkeit und die Freigabe eines Angebots bleiben dort, wo Fachwissen erforderlich ist, beim Menschen.
Ist die Visualisierung technisch verbindlich?
Nein. Eine KI-Visualisierung dient in erster Linie dazu, Gestaltung und Produktvarianten verständlich zu machen. Sie ersetzt keine technische Planung, Ausführungszeichnung oder verbindliche Prüfung der baulichen Machbarkeit.
Bleibt die Geometrie des vorhandenen Badezimmers erhalten?
Das ist ein zentrales Ziel unseres Workflows. Das Ausgangsfoto und zusätzliche Raumdaten dienen dazu, wesentliche Geometrie und Bestandselemente möglichst konsistent zu halten. Generative Bildmodelle können jedoch Abweichungen erzeugen. Deshalb unterscheiden wir klar zwischen Verkaufsvisualisierung und technischer Planung.
Wird das Angebot allein aus einem Foto berechnet?
Nein. Das Foto ist der Einstieg in die Visualisierung, nicht die einzige Kalkulationsgrundlage. Für ein belastbares Angebot können zusätzlich Maße, Produktdaten, Arbeitsleistungen, bestehende Installationen und projektspezifische Bedingungen erforderlich sein.
Woher kommen die Produktpreise?
Preise stammen aus strukturierten Produkt- und Lieferantendaten, die in das System integriert werden. Dadurch kann die Kalkulation mit konkreten Produkten arbeiten, statt Preise durch ein KI-Modell schätzen zu lassen.
Was passiert, wenn sich ein Materialpreis ändert?
Produkt- und Preisdaten können unabhängig vom Bildmodell aktualisiert werden. Das ist einer der Gründe, warum wir Bildgenerierung und Kalkulationslogik technisch voneinander trennen.
Kann das System nur Badezimmer visualisieren?
Badrenovo selbst ist auf Badezimmer spezialisiert. Die zugrunde liegende Architektur ist jedoch auf andere beratungsintensive Produkte und Dienstleistungen übertragbar, bei denen Visualisierung, Konfiguration und Kalkulation zusammenkommen.
Für welche Unternehmen ist so ein System interessant?
Besonders interessant ist der Ansatz für Unternehmen, bei denen Kunden vor dem Kauf eine individuelle Vorstellung oder Kalkulation benötigen. Dazu gehören beispielsweise Renovierung, Innenausbau, Küchen, Möbel, Fassaden, Fenster, Außenanlagen oder andere konfigurierbare Leistungen.
Muss ein Unternehmen bereits perfekte Produktdaten haben?
Nein. Aber die Qualität der Produkt- und Preisdaten bestimmt stark, wie weit sich der Prozess automatisieren lässt. In vielen Projekten besteht deshalb ein wesentlicher Teil der Arbeit zunächst darin, vorhandene Daten zu strukturieren und unterschiedliche Quellen zusammenzuführen.
Wie schnell kann ein Angebot erstellt werden?
Das hängt vom Projekt ab. Bei standardisierten Leistungen kann ein großer Teil des Angebots direkt während oder unmittelbar nach dem Beratungsgespräch vorbereitet werden. Komplexere Projekte benötigen weiterhin technische Prüfung und individuelle Ergänzungen. Der entscheidende Unterschied ist, dass die bereits im Gespräch erfassten Informationen nicht noch einmal manuell aufgebaut werden müssen.
Kann ein Unternehmen so etwas mit seinen bestehenden Systemen verbinden?
In vielen Fällen ja. Produktdatenbanken, CRM, ERP, Kalkulation, Terminplanung oder Dokumentenerstellung können über APIs oder individuelle Schnittstellen angebunden werden. Welche Architektur sinnvoll ist, hängt von der vorhandenen Softwarelandschaft ab.
Der interessanteste Prozess liegt oft vor der Unterschrift
Bei KI-Integration wird sehr viel über Effizienz gesprochen.
Das ist richtig, aber unvollständig.
Die interessantere Frage lautet manchmal nicht: „Wie können wir dieselbe Arbeit billiger erledigen?“
Sondern: „Wie können wir dem Kunden schneller genug Information geben, damit er eine Entscheidung treffen kann?“
Genau das versuchen wir mit Badrenovo.
Visualisierung, Konfiguration und Kalkulation werden nicht mehr als drei getrennte Aufgaben behandelt, sondern als ein zusammenhängender Prozess.
Und darin liegt für uns die größere Lektion:
Ein gutes KI-System beginnt nicht mit der Frage, welches Modell man einsetzen möchte.
Es beginnt mit der Frage, welcher Moment im bestehenden Geschäftsprozess besser werden soll.
Mehr zu Badrenovo: badrenovo.de